Antiislamismus = Rechtsradikalismus?

Die Proteste gegen Geert Wilders richten sich gegen seine Position vis a vis dem Islam. Die These lautet: Geert Wilders ist Rechtsextremist, weil er gegen den Islam ist.

Das Problem ist, dass diese Leute damit eine Ideologie verteidigen, die sie eigentlich ablehnen müssten. Allein aus Unkenntnis über die Inhalte des Islam als Glauben kann ein Demokrat den Islam verteidigen. Das möchte ich im Folgenden erläutern.

1. Demokratie, was bedeutet das? Das Demokratieprinzip wird in Artikel 20(2) unseres Grundgesetzes definiert:

Art. 20 (2) GG: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt."

Im Absatz 2 wird das Volk als konstitutiver Begründer der Staatsgewalt definiert. Durch die Formulierung „Alle“ wird festgehalten, dass es keine Gewalt mehr geben darf, die nicht vom Volk begründet ist.

Wie verhält sich also der Islam zur Demokratie? Islam heißt Unterwerfung bzw. Gehorsam. Muslim ist, wer Islam praktiziert. Jemand der sich unterwirft ist Muslim. Der oberste Wert des Islam ist der Gehorsam gegenüber Allah. Der oberste Wert der Demokratie ist die Freiheit des Individuums. Damit bahnt sich der fundamentale Konflikt bereits an.

Das islamische Gesetz ist totalitär in dem Sinne, dass es alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens regelt. Es umfasst neben religiösen Geboten auch zivilrechtliche, strafrechtliche sowie Staatsrechtliche Regelungen. Danach sind Staat und Religion untrennbar. Der einzig legitime Staat ist jener, der Gehorsam gegenüber Allah ist. Die Staatsgewalt geht also von Allah und nicht vom Volk aus. Damit sind Demokratie und Islam unvereinbar.

Zwischenfazit: Demokratie und Islam sind unvereinbar. Ein echter Demokrat ist gegen den Islam bzw. Antiislamist.

Wem oder was hat sich der Muslim zu unterwerfen? Das ergibt sich aus der Schahada, dem islamischen Glaubensbekenntnis. Es ist die erste und oberste Säule des Islam:

Schahada: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote!".

Wer sich dazu bekennt, ist Muslim.

Als Muslim hat man sich den Gesetzen Allahs zu unterwerfen. Die Botschaft Allahs ist im Koran niedergelegt. Der Koran ist die unerschaffene, ewige und unbestreitbar Botschaft Allahs an die Muslime.

Sure 2, Vers 2 - 5  "Dies ist (ganz gewiß) das Buch (Allahs), das keinen Anlaß zum Zweifel gibt, (es ist) eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, die an das Verborgene glauben und das Gebet verrichten und von dem ausgeben, was Wir ihnen beschert haben und die an das glauben, was auf dich und vor dir herabgesandt wurde, und die mit dem Jenseits fest rechnen; diese folgen der Leitung ihres Herrn und diese sind die Erfolgreichen."

Der Koran ist somit die oberste Instanz für die Rechtleitung des Muslim. Als zweite Instanz ist die Sunnah des Propheten Mohammed zu nennen. Die Sunnah sind die Worte und Taten Mohammeds, die exemplarisch für das Verhalten von Moslems sind. Dies ergibt sich aus dem Koran selbst:

Sure 8, Vers 20: "Ihr Gläubigen! Gehorchet Gott und Seinem Gesandten (Mohammed) und wendet euch nicht von ihm ab, wo ihr doch hört!

Sure 33, Vers 21. "Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt."

Damit sind der Koran und die Sunnah die Rechtsquellen des Islam. Die Sunnah ist in den sogenannten sahih Hadithen niedergelegt. Damit sind Erzählungen über die Worte und Taten Mohammeds gemeint, die als zuverlässig angesehen werden. Nach der orthodoxen Lehre der Sunniten (ca. 85-90% aller Muslime) gibt es 6 kanonische Sammmlungen dieser Hadithen:

1. Sahih al Buchari,
2. Sahih Muslim
3. Ibn Madscha
4. Abu Dawud
5. Al Thirmidi
6. An Nasai.

Wer selber die Rechtsquellen studieren will, der erhält hier eine gute Zusammenfassung:

http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=58&kapitel=1#gb_found
http://www.usc.edu/schools/college/crcc/engagement/resources/texts/muslim/quran/
http://www.usc.edu/schools/college/crcc/engagement/resources/texts/muslim/hadith/

Schariah sind die Gesetze des Islam, die sich aus den Gesetzesquellen, dem Koran und der Sunnah, ergeben. Fiqh ist der Begriff für die islamische Jurisprudenz. Es gibt vier große Rechtsschulen des sunnitischen Islam (Madhhab):

1. Hanafiya
2. Malikiya
3. Schafi'iya
4. Hanbaliya

Diese vier Rechtsschulen existieren seit dem frühen Mittelalter. Jede dieser vier Rechtsschulen erkennt sich gegenseitig als rechtgläubig an. Ich möchte nun einige Glaubensinhalte zusammenfassen, die seit über 1000 Jahren von allen vier sunnitischen Rechtsschulen geteilt werden:

1. Alle Staatsgewalt geht von Allah aus. Sie wird vom Khalifen in der Nachfolge Mohammeds ausgeübt.

2. Ungehorsame Frauen sind als ultima Ratio zu schlagen, bis sie gehorsam üben.

3. Auf Apostasie (Verlassen des Islam) steht die Todesstrafe.

4.Ehebrecher sind zu steinigen.

5.Polygamie ist für Männer erlaubt aber für Frauen verboten. Männer dürfen bis zu 4 Ehefrauen und unbegrenzt viele Sexsklavinnen haben.

6.Ungläubige im Islamischen Staat, sogenannte Dhimmis, müssen ein Schutzgeld zahlen. Sie dürfen keine öffentlichen Ämter ausüben und Ihre Religion nicht verbreiten.

7.Auf Blasphemie steht die Todesstrafe. Wer Allah oder seinen Propheten beleidigt hat zu sterben.

9. Der Jihad (Anstrengung) zur Verteidigung islamischer Herrschaft ist die individuelle Pflicht jedes Muslim. Jeder Muslim, ob Mann, Frau oder Kind, hat sich am Verteidigungskrieg zu beteiligen. Damit ist die Trennung zwischen Zivilisten und Soldaten hinfällig.

10. Der Jihad zur Ausbreitung islamischer Herrschaft ist eine kollektive Pflicht der Ummah (Gemeinschaft der Muslime). Der offensive Jihad zur Ausbreitung des Islam ist allein vom Khalifen zu erklären. Die Ungläubigen Herrscher müssen vor folgende Wahl gestellt werden:
A. Konversion zum Islam,
B. Unterwerfung unter Islamische Herrschaft als Dhimmmi, oder
C. Tod.

Ich vermute stark, dass die große Mehrheit der Demonstranten gegen Geert Wilders die Gesetze des Islam nicht kennt. Jeder aufrechte Demokrat, jeder freiheitsliebende Mensch, jeder verfechter universeller Menschenrechte muss sich gegen die Gesetze des Islam wenden. Damit sind anständige Menschen Antiislamisten.

1 Kommentar:

  1. Kein liberaler Islam in Sicht

    Statt auf dem weltweiten Durchsetzen universeller Menschenrechte zu beharren und, damit, Schariagehorsam und Schariagesetze zurückzuweisen, entwirft man die soundsovielte angebliche Islamreform. 2016 wird der Islam reformiert vom Abteilungsleiter für Islamische Theologie / Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg als dem Initiator der Freiburger Deklaration Abdel-Hakim Ourghi (Deutschland) sowie von Dr. Amer Albayati (Österreich), Saïda Keller-Messahli (Schweiz), Dr. Elham Manea (Schweiz) und Ali Ertan Toprak (Deutschland).

    Zu den muslimischen Erstunterzeichnern gehört Lale Akgün (Aufstand der Kopftuchmädchen; vgl. Sägefisch 343. Lale Akgün und der Liberale Islam), einst Politikerin (SPD) und nun Leiterin einer in der NRW-Staatskanzlei angesiedelten Kompetenzstelle. Schon im Mai 2013 hatte sich Akgün im Rahmen der Kritischen Islamkonferenz 2013 für die Gründung eines Verbandes liberaler Muslime eingesetzt. Warum das auch 2016 nichts wird mit der Islamreform und die am Thema Islam vorbeiredende Freiburger Deklaration keine Unterstützung verdient, erzählt Jacques Auvergne.

    https://eifelginster.wordpress.com/2016/09/28/455/

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