Reformunfähigkeit des Islam

"Bei fast allen Religionsbüchern ist es so, dass meistens die Hälfte aller Seiten rausgerissen gehört. Da so ein Buch ein Kulturgut ist, wäre das nicht optimal. Beim Christentum schafft man es wenigstens, diese "Seiten" konsequent zu ignorieren. Warum dies der Islam nicht schafft. Da höre ich dann meistens sinngemäß "Das unveränderliche Wort Gottes.""

Das kann ich beantworten:

1. Der Koran sagt selbst, wie er zu interpretieren ist, nämlich als unfehlbares Buch der Rechtleitung (Sure 2, Vers 2).

2. Der Koran sagt selber, dass man als Moslem sich nicht die Rosinen herauspicken darf, sondern dass man die gesamte Botschaft befolgen muss.

3. Der Koran gibt selber eine Auslegungsregel vor, wonach zeitlich spätere Offenbarungen frühere Verse im Falle von Widersprüchen ersetzen; (Sure 2, Vers 106). Diese Abrogationslehre führt dazu, dass die wenigen toleranten Verse (Sure 109, Verse 1-6, Sure 2, Vers 256) durch intolerante und gewaltverherrlichende Verse (Sure 9, Verse 5 und 29) ersetzt werden.

4. Seit 1400 Jahren ist die orthodoxe Lehre, dass Allah höchstpersönlich den Koran geschrieben hat und er wörtlich zu nehmen ist. Eine historisch kritische Auslegung ist gänzlich unbekannt.

5. Biddah, d.h. Neuerungen, in der Religion sind verboten.

6. Der Prophet hat offenbart, dass sich die Gemeinde der Muslime nicht auf einen Fehler einigen werden. Das bedeutet, dass Gesetze, auf die man sich einmal geeinigt hat, unverrückbar sind, selbst wenn sie nicht explizit im Koran stehen.

7. Mohammed ist nach orthodoxem Glauben der perfekte Mensch und das Vorbild der Muslime. Die Worte und Taten Mohammeds (Sunnah) sind deshalb ebenfalls Gesetz. Mohammed war ein Prophet mit zweifelhaftem Charakter, um es einmal sehr vorsichtig auszudrücken.

8. Die göttliche Offenbarung des Koran steht über den Regeln der Vernunft. Nur sie verkündet zweifellos die Wahrheit. Diese Auffassung hat sich spätestens seit Al-Ghazali (11. Jahrhundert) als Mehrheitsmeinung durchgesetzt.

Es gibt noch mehr Gründe, aber das sind glaube ich die wichtigsten. Die theologische Erstarrung des Islam ist auch der Grund für den kontinuierlichen Niedergang der islamischen Welt seit dem 11. Jahrhundert.

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