Gutmenschentum und der Attentäter in Norwegen


Spiegel: Was um alles in der Welt soll eigentlich immer wieder dieses hirnlose nachbrabbeln vom "Gutmenschen"? Haben Sie zu Hause dieses Wort "Gutmensch" als Mahnmal über dem Hausaltar hängen und stellen regelmäßig ein Kerzchen für den Untergang des "Gutmenschen" auf?

Antwort:

Gutmensch ist eine meist abwertend gemeinte Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“), denen ein übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten unterstellt wird. ... Benutzer des Begriffs unterstellen Personen oder Personengruppen mit betont moralischer Grundhaltung ein fehlgeleitetes beziehungsweise zweifelhaftes Verhalten.[2][3] Der Begriff bezieht sich auch auf den Unterschied zwischen 'gut gemeint' und 'gut gemacht'. Ein Gutmensch hat gute Absichten, möchte bestimmte Probleme lösen oder die Welt verbessern. Seine Handlungen oder die verwendeten Mittel gelten aber in den Augen derer, die den Begriff Gutmensch negativ verwenden, als zweifelhaft, meist wegen vermeintlich einseitiger Betrachtung eines Problems, dem Gutmenschen mangelnder Objektivität oder dessen Unkenntnis der Faktenlage.

Nur ein Beispiel für diese Grundhaltung und Blindheit des Gutmenschen:

Ein einzelner (1) Massenmörder in Norwegen bringt kaltblütig über 90 Menschen um. Es stellt sich heraus, dass er Pi-News liest und Hendrik M. Broder kennt. Der Spiegel schlussfolgert daraus scharfsinnig: Alle Leser dieser Seiten sind Anhänger von Massenmorden und böse Brandstifter. Der neue Kampfbegriff ist "Islamophob" und "Rechtspopulist".

Ein anderes Phänomen:

Seit dem 9. September 2011 sind 17500 terroristische Attentate von Islamisten begangen worden. Der Gutmensch beharrt jedoch scharfsinnig darauf: Jedes der 17500 Attentate ist nur ein Einzelfall. Die Handlungen aller dieser Menschen habe überhaupt nichts mit Ihrer Weltanschauung zu tun, obwohl Ihre Weltanschauung zum Krieg gegen Ungläubige aufruft (Jihad).

Ich hoffe sie sehen den Wiederspruch. Im ersten Fall wird aus einem einzigen Ereignis bzw. von einer einzigen Person auf eine große Personengruppe verallgemeinert und jedem "Rechtspopulisten" Mordsymphatien unterstellt, obwohl es keinen inhaltlichen Zusammenhang gibt. Im anderen Fall wird es als unzulässige Verallgemeinerung angesehen, wenn jemand anhand von 17500 unabhängigen Ereignissen auf ein allgemeines Phänomen verallgemeinert, obwohl der inhaltliche Zusammenhang zwischen Ideologie und Tat unverkennbar ist.

Das ist das Gutmenschentum des Spiegels.

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